Hallo zusammen,
hier ein kurzes Update aus künstlerischen Sphären: Der Termin für Berlin (ursprünglich 28.11./01.12.2009) ist verschoben!
Ich hatte ja schön öfters die Paragraphen erwähnt, aber was nun aufgetaucht ist, ist juristisch höchst relevant und in seiner Wirkung für das Projekt ziemlich maßgeblich. Das Zauberwort heißt
Infektionsschutzgesetz (IfSG) und regelt in Deutschland den Umgang mit Krankheitserregern. Ich wurde durch einen Arzt darauf aufmerksam gemacht und einige Gespräche mit dem örtlichen Gesundheitsamt in Berlin schafften Klarheit.
Das Malen eines Bildes mit HIV-infiziertem Blut fällt unter den Sachverhalt des "Arbeitens mit Krankheitserregern", das heißt, dass das Infektionsschutzgesetz Anwendung findet. Demzufolge ist eine Genehmigung erforderlich (IfSG §44). Und weiter: Diese Genehmigung erhält man nur, wenn man die "erforderliche Sachkenntnis" im Umgang mit Krankheitserregern nachweisen kann und dies geschieht durch ein abgeschlossenes medizinisches oder naturwissenschaftliches Hochschulstudium, sowie mindestens zweijährige entsprechende hauptberufliche Tätigkeit (IfSG §47). Da ich kein Arzt bin war damit schnell klar, dass die Aktion in der geplanten Form in Deutschland nicht realisierbar ist (in anderen Ländern dürfte es aller Vermutung nach ähnlich gelagert sein – was natürlich noch zu prüfen bleibt). Erstaunlich, dass dieses Gesetz in meinen wochen- und monatelangen Vorbereitungen und Recherchen niemals Erwähnung fand. Und ich habe Hunderte von Gesprächen geführt mit Experten aus allen Bereichen.
Nun kommt Plan B zum Zug, der vorsieht, dass ich das Blut zur Inaktivierung der Viren behandeln lasse, bevor ich damit beginne zu arbeiten und das Bild erstelle. Damit wären keine aktiven Krankheitserreger im Blut vorhanden und somit das Infektionsschutzgesetz nicht angesprochen. Ich lasse gerade prüfen, wie das Blut behandelt werden kann um diese Inaktivierung sicherzustellen (Strahlung, Hitze etc.).
Ich werde das Projekt nun so handhaben, dass ich parallel für alle Städte (Berlin, Wien, Zürich etc.) mit den Vorbereitungen beginne und die Realisierung loslöse von festgesetzten Terminen. Das Land bzw. diejenige Stadt wird den Zuschlag für die Premiere erhalten, in der ich
[1] alle
rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen habe, sowie
[2] einen oder mehrere
HIV-positive Spender und
[3] einen
Arzt gefunden habe, die die Aktion unterstützen und begleiten sowie
[4] ein
Labor, das die Behandlung der Blutprobe vornehmen kann.
Außerdem muss natürlich
[5] die
Hilfsorganisation feststehen zu deren Gunsten das Projekt realisiert wird, sowie
[6] eine
Kunstgalerie gefunden sein, die helfen kann die Versteigerung zum Erfolg zu führen.
Damit entsteht auch so etwas wie ein kleines Wettrennen der einzelnen Städte, was ich ganz spannend finde, denn es belohnt das Land für sein Engagement, in dem ich mit dieser Idee die meiste Unterstützung erfahren werde. Berlin hat nun einen Vorsprung, aber vielleicht wird Wien oder Zürich bald aufgeholt haben?
Hier gibt es die Chronologie der Ereignisse:
http://www.liebeundtod.de/de/news.htmlIch werde weiter berichten. Einstweilen viele Grüße in die Runde!