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Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon Dennis60 » Samstag 14. November 2009, 17:34

joépa hat geschrieben:Na klar - gern! Kaffee (oder noch lieber: Tee) find ich gut. Ich lebe ja nicht in Berlin, bin aber öfters auch dort.


Dann schlag ich doch das Kaffee Sacher in Wien vor . . . ;)
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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon joépa » Samstag 14. November 2009, 17:55

Perfekt! Wien ist sowieso ein Gedicht. Die Kunstaktion wird dort übrigens sicherlich leichter, weil einfach mehr Zeit zur Vorbereitung bleibt. Das ist mit Berlin schon ein kleiner Trapez-Akt ... aber man sucht sich ja seine Herausforderungen selbst aus. ;)
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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon Leviathan » Samstag 14. November 2009, 18:46

joépa hat geschrieben:Ja, das hat schon etwas Mut erfordert, hier zu posten. Ich habe ziemlich hin- und herüberlegt. Andererseits ist mir der Austausch sehr wichtig und da liegt das nahe.


Dazu möchte ich dann als Forumsbetreiber anmerken, daß das Forum sich zwar schwerpunktmäßig an HIV-Infizierte richtet (das ergibt sich schon aus dem Domainnamen), aber generell jeder Person offensteht. Es ist also keine Anmeldevoraussetzung, selbst HIV-positiv zu sein oder indirekt als Verwandter, Lebensgefährte oder Freund davon betroffen zu sein.

joépa hat geschrieben:Die Notwendigkeit dieser Sicherheitsmaßnahmen ist weniger medizinisch oder wissenschaftlich zu begründen, sondern juristisch motiviert.


Ok, daß du dich da absichern möchtest und mögliche Schadensersatzklagen (und seien die noch so bizzar und obskur) gleich von vornherein unmöglich machen möchtest, kann ich nachvollziehen. Außerdem gibt es nicht nur HIV, sondern noch andere Viren, die eventuell längere Zeit im getrockneten Blut überdauern können (vielfach ist HIV leider nicht die einzige Infektion, die viele von uns haben, da kommen mitunter noch viele andere Abkürzungen hinzu, die sich wie EBV, HSV oder CMV aber auch bei 80-90% der Bevölkerung finden).
Auch wenn ich glaube, im Klinik- oder Arztalltag wird mit Resten der Blutentnahme (Schläuche, Spritzen etc.) weniger rigide umgegangen.

joépa hat geschrieben:Ich kann im Moment noch gar nichts dazu sagen, welches Blut verwendet wird, denn es hat sich bisher noch kein Spender für Berlin gefunden.


Soll der Blutspender denn immer aus dem Ort der Ausstellung kommen (das würde zumindest im wahrsten Sinne des Wortes für Lokalkolorit bürgen)? Oder reicht der jeweilige Staat aus?
Soll es nur ein Spender sein oder wären auch mehrere mit z.B. je 5ml denkbar?

Du kannst sonst auch gern hier im Forum einen Extrabeitrag eröffnen mit "Blutspender gesucht" oder so ähnlich und dort nochmals auf das Projekt hinweisen und Möglichkeiten angeben, dich zu kontaktieren. Das wäre dann vielleicht auch für Aktionen in Österreich und der Schweiz interessant, da haben wir ja auch ein paar Nutzer aus diesen Ländern hier.
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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon Leviathan » Samstag 14. November 2009, 18:54

Leviathan hat geschrieben:Soll es nur ein Spender sein oder wären auch mehrere mit z.B. je 5ml denkbar?


Dazu fällt mir noch ein, daß man bei mehreren Spendern natürlich auch mehrere Geschichten von HIV-Positiven erhält, denn den HIV-Positiven gibt es ebensowenig wie den Schwulen, den Diabetes-Kranken, die alleinerziehende Mutter etc.

Man hat zwar ein Merkmal gemeinsam, aber oftmals war's das dann auch, was es leider oft erschwert, eine schlagkräftige Lobby der Betroffenen zu bilden, um seine Interessen durchzusetzen.
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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon joépa » Samstag 14. November 2009, 19:21

Leviathan hat geschrieben:Soll der Blutspender denn immer aus dem Ort der Ausstellung kommen (das würde zumindest im wahrsten Sinne des Wortes für Lokalkolorit bürgen)? Oder reicht der jeweilige Staat aus?

Daran habe ich noch gar nicht gedacht! Selbstverständlich wäre das auch vollkommen in Ordnung, wenn der Spender aus einer anderen Stadt des jeweiligen Staates kommt. Ich hatte bisher angenommen, man darf HIV-positives Blut nicht einfach transportieren oder verschicken? Habt Ihr dazu Erfahrungen oder Informationen? Wenn das rechtmäßig wäre, könnte man einfach eine Praxis oder ein Labor in Berlin finden, in der die Aktion stattfindet (das Bild gemalt wird) und der Arzt des Spenders schickt die Probe dorthin. Von Arzt zu Arzt sozusagen.
Es gibt dazu dann noch einen rechtlichen Aspekt: der Spender muss das Blut für diese Aktion "schenken" und das muss irgendwie dokumentiert werden. Da der Spender wahrscheinlich anonym bleiben möchte, kann er ja nicht unterschreiben, es müsste also der Arzt im Namen des Spenders erklären, dass diese Probe für diesen Zweck gespendet/geschenkt wird. Aber das könnte man ja leicht mit einem kleinen Vordruck zum Download vorbereiten, den man dann der Probe beifügt.

Leviathan hat geschrieben:Soll es nur ein Spender sein oder wären auch mehrere mit z.B. je 5ml denkbar?

Noch eine klasse Idee - klar wäre das genauso denkbar! Die Menge ist nicht so entscheidend. Die 35 ml kamen nur zustande weil eine Wissenschaftlerin mir sagte, dass dies die Menge sei, die in der Regel als ethisch unbedenklich gesehen wird. Es wäre auch eine kleinere Menge oder mehrere kleinere Mengen perfekt! Ich glaube das wäre eine sehr kluge Idee, denn damit würden eventuell die Bedenken und Sorgen des einzelnen weniger schwer ausfallen und eine gemeinschaftliche Energie entstehen.

Leviathan hat geschrieben:Dazu fällt mir noch ein, daß man bei mehreren Spendern natürlich auch mehrere Geschichten von HIV-Positiven erhält ...

Das finde ich einen sehr guten Aspekt! Man könnte sozusagen ein Mosaik an Impressionen schaffen, das die Geschichte authentisch unterlegt.

Leviathan hat geschrieben:Du kannst sonst auch gern hier im Forum einen Extrabeitrag eröffnen mit "Blutspender gesucht" oder so ähnlich und dort nochmals auf das Projekt hinweisen und Möglichkeiten angeben, dich zu kontaktieren.

Wenn Ihr mir vielleicht Hinweise zu diesem Thema "Versand von Spenden" geben könnt, wäre das Gold wert! Das würde ganz neue Möglichkeiten eröffnen und der Aktion ganz neues Leben einhauchen! Ich würde dann den Ablauf organisieren und natürlich sehr gern einen zusätzlichen Beitrag eröffnen.

Vielleicht gelingt es somit, mit vielen einzelnen kleinen Taten ein großes gemeinsames Zeichen zu setzen!
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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon michèle m » Samstag 14. November 2009, 20:37

wenn ich die ganze sicherheitsvorkehrungen, blutspende-schwierigkeiten etc betrachte, dann bin ich eigenartig berührt.

heiliger strohsack, bei aller liebe und allem respekt, klingt das kompliziert und steril...so gar nicht nach kunst, blut, leben, tod und sonstigen körperflüssigkeiten.
aber irgendwie trotzdem passend in unsere zeit:
ein antiseptischer abklatsch dessen was es sein könnte: verrucht und lebendig.
bist du sicher, das du das transportieren möchtest?

oder anders gefragt, wie rettest du das pulsierende, das berührende durch den von vorschriften-geprägten entstehungsprozess?
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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon joépa » Samstag 14. November 2009, 21:14

Ja, das ist wirklich durch Vorschriften ordentlich reglementiert. Das sind die berühmten 99% Transpiration, die dem 1% Inspiration folgen. Ich denke das Lebendige und Pulsierende an diesem Projekt und Prozess ist die geistige Verbindung der Menschen, die dadurch zusammenkommen, nachdenken, sprechen, handeln. Die archaische Vorstellung von Blut, das einfach so sein darf wie es ist, ist – wie Du richtig sagst – in unserer Zeit kaum möglich, da greifen bei so einer delikaten Thematik sofort die Gesetze ein. In anderen Ländern ist das übrigens noch diffiziler (offenbar rüste ich mich gerade für zukünftige Taten).

Ich habe in den letzten Monaten gelernt, das Projekt immer so zu akzeptieren, wie es sich gerade entwickelt, und ich gestehe ehrlich, ich hatte keine Ahnung wohin die Reise geht und ich weiß es in vielen Punkten immer noch nicht. Vielleicht ist das so eine Art Übung, nur im Moment zu verharren.

Ich würde auf jeden Fall versenden/transportieren, wenn das die Echtheit der Aktion, nämlich mit echtem HIV-positivem Blut zu arbeiten, ermöglichen würde. Wenn sich ein Spender in Berlin finden würde, der sich vielleicht sogar mit mir treffen möchte (oder auch nicht) bin ich dafür genauso offen. Ich sehe einfach was sich ergibt. Die Lösung von vielen Spendern, die 5 ml geben (und dann versenden nach oder abgeben in Berlin) erscheint mir im Moment die größte Aussicht auf Erfolg zu haben.
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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon Leviathan » Samstag 14. November 2009, 21:31

Ob man Blut so einfach per Post/DHL, UPS, GLS, TNT, Hermes oder mit anderen Transportunternehmen verschicken kann, dürfte sich aus den jeweiligen AGB ergeben und aus der Abschätzung, ob Blut per se infektiöses Material ist oder nicht.
Da würde ich am besten bei den jeweiligen Pressestellen nachfragen.

Da es aber auch Labore gibt, die Blut-Untersuchungen anbieten, die man selbst zahlt und bei denen man dann selbst dafür sorgen muß, daß das Untersuchungsmaterial dort ankommt, könnte es auch helfen, dort mal nachzufragen, wie das gehandhabt wird. Beispiele sind fennerlabor.de oder labor-lademannbogen.de.

joépa hat geschrieben:Es gibt dazu dann noch einen rechtlichen Aspekt: der Spender muss das Blut für diese Aktion "schenken" und das muss irgendwie dokumentiert werden. Da der Spender wahrscheinlich anonym bleiben möchte, kann er ja nicht unterschreiben, es müsste also der Arzt im Namen des Spenders erklären, dass diese Probe für diesen Zweck gespendet/geschenkt wird. Aber das könnte man ja leicht mit einem kleinen Vordruck zum Download vorbereiten, den man dann der Probe beifügt.


Da wäre es vielleicht noch gut, wenn man vermerkt, daß das Blut nur für diese Kunstaktion verwendet werden darf, um eventuelle Bedenken eines Mißbrauchs zu zerstreuen. Immerhin kann man daraus auch ganz prima ein genetisches Profil erstellen, nach möglichen Erbkrankheiten suchen usw.

Einfacher wäre es natürlich wirklich, wenn man die Spender direkt vor Ort treffen könnte. Da du aber nicht in Berlin wohnst, wird es mit der Koordination wohl etwas schwer.

Vielleicht bringt es auch was, mal die Berliner Aidshilfe oder Mann-o-Meter anzusprechen, ob die entsprechende Aushänge in ihren Räumlichkeiten für deine Suche nach Blutspendern aushängen können.
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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon chulalongkorn » Samstag 14. November 2009, 21:50

Dennis58 hat geschrieben:Dann schlag ich doch das Kaffee Sacher in Wien vor . .


JAAAA!!!! Unbedingt!!!!
:amative:
Ich würde mich auch sehr freuen, euch beide zu treffen!
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mit 100%iger Letalität!

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Re: Ein Kunstprojekt zum Thema HIV/AIDS

Beitragvon michèle m » Samstag 14. November 2009, 22:03

zu subverisen schandtaten wäre ich zu haben zum beispiel in wien...zur weltaidskonferenz... ich spende vor ort und bring die blutzapfende krankenschwester mit. aber mich auch.

spass beiseite. ehrlicherweise bin ich zu sehr aktivistin und künstlerin, und darum in einem bestehenden projekt als blutspenderin nicht ganz so geeignet und schon gar nicht mit antiseptischen händen/handeln.

aber wenn du mal in die schweiz kommst, lass es mich wissen, ich kann dir sicher vor ort irgendwelche türen öffnen für deine kunst-aktion. angefangen über richtlinien-checking bis hin zu spendenaufruf und anderes. das ist ein ernstgemeintes angebot.
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